Allergie - was passiert da eigentlich?

25. Mai 2019

Den Durchblick behalten...

Sehen Sie frühsommerlichen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen? Tränende, juckende Augen gehören für sie zum Frühling genauso dazu wie die Blütenpracht im Park oder das erste Eis in der Sonne? Dann gehören sie vielleicht zu den 30% der Bevölkerung, die von Heuschnupfen betroffen sind. Neben gereizten Augen gehören auch eine rinnende Nase, Husten und Niesen zu den häufigsten Symptomen.

 

blumen Foto @ Maria Wachouschek

Allergie - was passiert da eigentlich in meinem Körper?

Bei einer Pollenallergie reagiert unser Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlosen Blütenstaub bestimmter Bäume, Gräser, Kräuter und

Getreide. Unser Körper produziert Abwehrstoffe gegen diese Substanzen. Bei erneutem Kontakt mit den Allergenen werden biologische Botenstoffe (z.B. Histamin, Bradykinin) ausgeschüttet, die die allergischen Symptome auslösen. Aufgrund des körpereigenen Biorhythmus sind die Beschwerden meist während der Nacht und der frühen Morgenstunden am stärksten ausgeprägt.

 

Was uns jetzt guttut...

Idealerweise sollte man den Kontakt mit den Allergieauslösern meiden - was in der Praxis natürlich nahezu unmöglich ist. Aber mit der ein oder anderen Maßnahme kann man die Beschwerden gut lindern.

 

  • Spülen Sie die Pollen mit einem abgekühltem Sud aus Brennnessel oder Augentrost aus dem Auge. Auch für kühlende Kompressen eignen sich diese Tees gut. Aber: bitte keinen Kamillentee am Auge verwenden! Dieser reizt und trocknet die empfindliche Region noch mehr aus.
  • Inhalieren Sie Brennnesseltee! Das natürliche Antihistaminikum wirkt lindernd bei Allergien, nicht nur am Auge.
  • Brillenträger sollten einmal täglich Brillengestell und -gläser reinigen, um sie von Pollen zu befreien.
  • Abendliches Haarewaschen sorgt für weniger reizende Allergene während der Nacht.

 augeFoto@Shutterstock 

Und wenn das nicht hilft?

Sind die Symptome stärker ausgeprägt, wirken Augentropfen aus der Homöopathie (zB. mit Euphrasia) und Schulmedizin (zB. mit dem Wirkstoff Cromoglycinsäure, der die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen hemmt) lindernd. Hier ist es wichtig, die Tropfen regelmäßig anzuwenden - 1 Tropfen pro Auge genügt! 

Für Patienten mit sehr starken oder vielfältigen Symptomen kann es ratsam sein, ein orales Antihistamikum (zB. mit den Wirkstoffen Fexofenadin oder Desloratadin) einzunehmen. 

 

Wir hoffen, dass Sie mit unseren Tipps die nächsten sonnigen Frühlingstagen unbeschwert genießen können!

 

Herzlichst,

Ihre Dr. Kirsten Knape.