Let’s play safe in the sun!

13. Mai 2018

Endlich ist sie wieder da – die Zeit, in der wir viel draußen sein können. Im Freien Sport treiben, die Sonne im Café mit Freunden genießen, mit den Kindern am Spielplatz sein, ausgedehnte Spaziergänge mit dem Vierbeiner oder beim Gärtnern im Grünen...und am Abend spürt man, autsch, es ist passiert - Sonnenbrand! 

Regionen, die gern beim Eincremen vergessen werden: Hand- und Fußrücken, Ohren, NackenPhoto@Dr. Kirsten Knape

 

Was passiert eigentlich bei Sonnenbrand? 

Unsere Haut wirkt als Schutz gegen die Sonnenstrahlen, indem die Pigmentzellen in der Oberhaut mehr Farbstoff produzieren. Bei anhaltender starker UV-Strahlung nehmen einige Zellen trotzdem Schaden und sterben ab. Die Haut ist entzündet, und die typische Rötung eines beginnenden Sonnenbrands entsteht. Das geschieht hauptsächlich durch die kürzerwellige UVB-Strahlung. Doch auch die längerwellige UVA-Strahlung ist nicht ungefährlich. Sie gelangt bis zur Lederhaut und bedingt vorzeitige Hautalterung sowie durch Bildung freier Radikale ein erhöhtes Melanomrisiko. 

Deswegen ist ein konsequenter Sonnenschutz so wichtig! Nicht nur beim Sonnenbaden im Urlaub, sondern auch bei alltäglichen Tätigkeiten, wie dem Shoppingbummel in der Stadt oder beim Arbeiten im Freien (Briefträger, Bauarbeiter, Tennistrainer aufgepasst!).  

                       Hautkrebsvorsorge ist auch Erziehungssache: Mit ein bisschen Routine denken auch die Kleinsten schon selbst an Sonnenschutz. Photo@Dr. Kirsten Knape

 


Prim. Univ.-Prof. Dr. Klemens Rappersberger, Leiter der Abteilung für Dermatologie und Venerologie an der Wiener Rudolfstiftung, erklärt uns in einem kurzen Interview die wichtigsten Fragen zum Thema Sonnenschutz.

Lieber Herr Prof. Dr. Rappersberger, welche Folgen drohen bei häufigem ungeschützten Genuss der Sonne? Sollten auch Leute Lichtschutzfaktor verwenden, die nicht zu Sonnenbrand neigen?

“Zum einen kommt es zu akuten UV-Schäden wie Sonnenbrand (Erythema solare), polymorphe Lichtdermatose, medikamentöse Interaktionen, d.h. Nebenwirkungen, die sich als medikamentöse photoxische und photoallergische Exantheme äußern (z.B. bei Einnahme von Diuretika/Furosemide; Antiarrhythmika wie Amiodarone u.a.m.) und Auslösung von toxischen Dermatitiden bei genetischer Disposition (z.B. Porphyrie).

Weiters drohen chronische UV-Schäden: aktinische Elastose mit „vorzeitiger exogener Hautalterung“; Cutis rhomboidales nuchae (Anm.: lederartige Verdickung der Nackenhaut mit tiefen, rautenförmingen Furchen)Erythrosis interfollicularis colli (Anm.:flächige und teilweise brennende Rötung der seitlichen Halspartien),UV-Kanzerosen: aktinische Keratosen als Vorläufer von invasiven Plattenepithel-Karzinomen der Haut.

Sonnenschutz sollte so durchgeführt werden, dass keine akuten UV-Reaktionen auftreten; wer neigt nicht zu Sonnenbrand bei übermäßiger Sonnenexposition? Selbst Menschen mit Hauttyp 6 können einen Sonnenbrand erleiden.”

Viele unserer Kunden haben Sorge, dass sie durch Verwendung eines hohen LSF Vitamin-D-Mangel bekommen. Ist diese Angst berechtigt?

„Diese Sorge ist bei normalem Lebenswandel in unseren Breiten für Menschen mit Hauttyp 1-4 übertrieben. Anders ist es für Menschen mit Hauttyp 5 und 6, wenn sie längere Zeit in nördlichen Regionen leben, wo die geringere UV-Strahlung aufgrund der starken Pigmentierung tatsächlich zu einem Vitamin-D-Mangel führen kann.“

Welchen guten Rat können Sie als Fachmann in der Dermato-Onkologie unseren Kunden in Bezug auf Sonnenschutz ans Herz legen?

"1.) Langsam „bräunen“ um den endogenen UV-Schutz zu stärken; das ist schwierig bis unmöglich beim Hauttyp 1!

2.) Akute UV-Schäden vermeiden: insbesondere Kinder müssen geschützt werden, also keine Sonnenexposition zu den Tageszeiten mit der stärksten Sonnenbelastung (Mittagszeit bis früher Nachmittag), in speziellen Fällen UV-schützende Kleidung tragen, Sonnenhut, regelmäßiges Auftragen von Sonnenschutzmitteln, und diese Prozedur mehrmals täglich wiederholen.

3.) Regelmäßige Kontrollen bei der Fachärztin/dem Facharzt um etwaige UV-Schäden rechtzeitig zu erkennen.”


 Und was, wenn es Sie doch mal erwischt hat?

 Wichtig: Unbedingt sofort jede weitere Sonnenexposition meiden! Die gereizte Haut sollte mit leicht kühlenden Lotionen oder Sprays mit hautberuhigenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen (z.B. Aloe Vera, Dexpanthenol) versorgt werden. Auch kühle Topfenwickel können wohltuend wirken. Da starker Sonnenbrand Stress für den ganzen Körper bedeutet, sollte man viel trinken und im Schatten oder in einem kühlen Raum Ruhe halten. Bei Schmerzen helfen Präparate mit Acetylsalicylsäure, die auch einer Entzündung entgegen wirken (Achtung: nicht für Kinder unter 12 Jahren!). Sollten die Schmerzen sehr stark sein, sich große Brandblasen bilden oder Begleitsyptome wie Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen auftreten, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.


                                       Mit unseren Tipps spielen Sie auf der sicheren Seite. Photo@Dr. Kirsten Knape

 

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!

Herzlichst,

Ihre Dr. Kirsten Knape