Alles andere als süß: Zuckerkrankheit

05. Oktober 2020
Spätestens seit der Corona-Krise werden Diabetiker immer wieder in den Medien erwähnt, gelten sie doch als „Risikogruppe". Allein in Österreich gibt es rund 600000 Typ-2 Diabetiker (das sind 90% aller Diabetes-Fälle), Tendenz stark steigend. Aber was ist der Grund, warum immer mehr -auch jüngere- Menschen an Diabetes erkranken?
Forscher sehen unseren heutigen Lebenswandel als Ursache. Zu wenig Bewegung, eine unausgewogene Ernährung, Übergewicht - diese Faktoren legen den Grundstein für zahlreiche Stoffwechselkrankheiten. Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch „Zuckerkrankheit" genannt, ist eine Störung der Blutzuckerregulation, bei der zu wenig oder gar kein Insulin in den Bauchspeicheldrüsen gebildet wird (Typ 1), bzw. das Insulin seine Wirkung in den Körperzellen nicht richtig entfalten kann (Typ 2). Dadurch kommt es ohne Behandlung zu hohen Blutzuckerwerten. Auf Dauer schädigt das die Zellen und es kann zu vielerlei schwerwiegenden Organschäden und Spätfolgen kommen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass der Diabetes „gut eingestellt" ist, das heißt, dass der Blutzuckerspiegel mithilfe einer adäquaten Therapie möglichst konstant auf einem guten Wert bleibt.
Also: Bitte nicht nur in den zwei Wochen vor dem nächsten Arztbesuch gesund Leben und die Therapie einhalten („...damit die Blutwerte passen!"), sondern stets am Ball bleiben. Für SIE und ihren Körper!
 
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Wie zeigt sich Diabetes?

Diabetes entwickelt sich in vielen Fällen schleichend und wird deshalb oft erst nach einigen Jahren diagnostiziert, obwohl der Körper schon geschädigt wird. Typisch ist ein starker Harndrang, um den überschüssigen Zucker auszuscheiden. Daraus resultiert auch ein sehr starkes Durstgefühl. Viele Diabetiker sind sehr infektanfällig, und Wunden heilen aufgrund der Durchblutungsstörungen schlechter. Weitere Symptome sind trockene, juckende Haut, Gewichtsverlust und Muskelkrämpfe.
Sollte Ihnen eines oder mehrere Symptome bei Ihnen auffallen und Ihnen Sorgen bereiten, kann Ihr praktischer Arzt schnell feststellen, ob Ihr Blutzucker in Ordnung ist.
 

Diagnose „Zucker" - und jetzt?

Die gute Nachricht: Diabetes ist heute schon sehr gut behandelbar. Wichtig ist, dass durch gute Mitarbeit des Patienten stabile Werte erreicht werden.
Im Fall des Typ-2-Diabetes genügt oft eine Ernährungsumstellung. Sollte das nicht ausreichen, stehen verschiedene gut verträgliche Möglichkeiten in Tablettenform zur Verfügung. Erst wenn diese Maßnahmen nicht (mehr) wirken, wird Insulin durch Injektionen ersetzt.
 
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Diabetiker in der Apotheke

Unsere Mitarbeiterinnen werden regelmäßig geschult, um immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu bleiben - so auch zum Thema Diabetes. Die fachkundige Betreuung von Diabetikern liegt uns besonders am Herzen, da Unterstützung der Patienten förderlich für die Therapietreue und einen positiven Krankheitsverlauf ist. Wir nehmen uns Zeit, um den Umgang mit Blutzuckermessgeräten und Pens oder Fertigspritzen zu erklären, beraten ausführlich, wenn es darum geht, die Ernährung umzustellen, ein Bewegungsprogramm zu erarbeiten oder mit Nahrungsergänzungsmitteln gezielt zu unterstützen.
Besonderes Augenmerk legen wir auf die Gefahr unerwünschter Wechselwirkungen, da Diabetiker häufig noch weitere Medikamente einnehmen müssen (z.B. gegen Bluthochdruck oder Schmerzen).
 
Wir wünschen Ihnen einen schönen, gesunden Herbst! Passen Sie auf sich auf!
 
Herzlichst,
Ihre Dr. Kirsten Knape