Zögerst du noch oder impfst du schon?

10. September 2019

Kaum ein Thema polarisiert Menschen in verschiedensten Bereichen so sehr wie das Impfen. Wir wollen hier keine weitere Impfdiskussion ins Rollen bringen, sondern haben für Sie 

5 Mythen im Faktencheck:

 

Herdenimmunität? Ich bin doch keine Kuh!

Herdenimmunität-ein Wort, das häufig im Zusammenhang mit dem Impfen fällt. Doch was bedeutet das genau? Eine bessere Bezeichnung wäre vermutlich „Gemeinschaftsschutz“. Denn jede/r Geimpfte schützt nicht nur sich, sondern auch seine Mitmenschen, indem er dazu beiträgt, dass Krankheiten sich gar nicht erst ausbreiten können. Davon profitieren dann auch Menschen, die nicht geimpft werden können, weil sie z.B. noch zu jung sind oder unter chronischen Krankheiten leiden, die Impfungen nicht zulassen. Deshalb ist Impfen nicht nur Privatsache, sondern ein fairer Beitrag zum Wohl der Gemeinschaft.

HPV-Impfung-das ist nur was für Mädchen!

Entgegen der früheren Empfehlung der Impfkommissionen, raten Experten schon länger dazu, auch Jungen gegen das humane Papillomavirus (HPV) impfen zu lassen. Denn die Impfung, die wirksam vor Gebärmutterhalskrebs schützt, kann bei Männern virusassoziierte Krankheiten wie anogenitale Tumore verhindern. Mit einer höheren Impfrate - unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung - würde zudem ein höherer Gruppenschutz erreicht werden. 

 

Helga beim Recherchieren des passenden Impfstoffes für die Kundin. Leni hört gespannt zu!

 

Impfungen dienen zur Bereicherung der Pharmafirmen.

Wie in allen Bereichen gibt es natürlich auch hier ein legitimes Interesse privatwirtschaftlicher Unternehmen, mit ihren Produkten Geld zu verdienen. Allerdings sollte man wissen, dass die (oft sehr aufwendige!) Entwicklung und der Verkauf von Impfstoffen für Pharmafirmen aus ökonomischer Sicht in Wahrheit gar nicht so attraktiv ist. So entfielen zB. im Jahr 2014 nur 0,65% der Ausgaben der Krankenkassen an Impfstoffe (zum Vergleich Arzneimittel: 17%). Denn Impfungen müssen -anders als z.B. Medikamente für chronisch Kranke- meist nur wenige Male im Leben verabreicht werden.

Früher wurden wir doch auch nicht geimpft und haben diese Krankheiten gut überstanden!

Früher fuhr man auch ohne Anschnallgurt im Auto und ohne Helm am Fahrrad-heute werden diese Schutzmaßnahmen aber gern genutzt. Sicher verliefen viele Infektionen folgenlos. Aber in einigen Fällen führten sie auch zu schlimmen Komplikationen, wie die Masern-Enzephalitis oder Fruchtbarkeitsstörungen bei Männern, die an Mumps erkrankt waren. Fakt ist: Impfungen haben in den letzten 60 Jahren mehr Kinderleben gerettet als jeder andere medizinische Eingriff.

Ich impfe mein Baby lieber später, um mögliche Risiken zu vermeiden.

Dem österreichischen Impfkalender liegen umfangreiche Nutzen-Risiko-Abwägungen zu Grunde, sodass die Empfehlungen den bestmöglichen Zeitpunkt für die jeweiligen Impfungen vorschlagen. Einige Impfungen werden bereits nach dem 2. Lebensmonat empfohlen, da diese Infektionen Säuglinge schlimmer treffen würden als ältere Kinder (z.B. Keuchhusten, der bei einem Viertel der Erkrankten unter 6 Monaten schwerwiegende Komplikationen verursacht). Andere Immunisierungen (z.B. Meningokokken) erfolgen erst um den ersten Geburtstag herum.

Die Annahme, dass Säuglinge Impfungen schlechter vertragen als ältere Kinder, wurde wissenschaftlich nicht bestätigt.

 

Bei Ihnen sind noch Fragen rund ums Impfen offen? Sie sind unsicher, ob Ihr Impfpass noch aktuell ist, oder besitzen noch gar keinen? Kommen Sie vorbei! Wir beraten Sie gern.